Notizen zum Scannen
April 2008
Canon-Scanner 8800F,
ein Scanner mit weissen LEDs. Nach Testberichten scheint der einzige Vorteil
die kurze Vorwärmzeit zu sein.
Eine Sparlampe bringt erst nach dem Aufwärmen auf Betriebstemperatur
ein konstantes Licht, das sich zum Scannen verwenden lässt. Die Zündung
und die Aufwärmzeit betragen bis zu 20 Sekunden, was verglichen mit
den grossen Quecksilberdampflampen (Strassenlampen, Beleuchtung für Turnhallen), die
einige Minuten brauchen, immer noch recht kurz ist.
Der wirkliche Vorteil liegt nach meiner Meinung im Emissionsspektrum.
Quecksilberdampf erzeugt im sichtbaren Bereich diskrete Linien (und dazwischen
werden die Lücken mit der Fluoreszenzschicht die Lücken notdürftig
ergänzt). Das Spektrum dieser Lampen hat zwischen grün und Cyan
eine Lücke und zwischen Cyan und einer scharfen violetten Bande ist es zappenduster. Die
Farbräume von Scannern mit Fluoreszenzlampen und von Flachbildschirmen
sind wegen der Beleuchtung diskontinuierlich. Das Auge (resp. das Gehirn)
versucht die Lücken in ein Kontinuum zu ändern, was nur teilweise
gelingt. Mit den Fraunhofer'schen Linien im Sonnenspektrum hatten die Menschen
nie Mühe - aber diese Linien sind nur eine teilweise Löschung (etwa 20%).
Weisse LEDs haben ein durchgehendes Spektrum (mit einem
Zusatzbuckel im Blaubereich).
Effekt: ein erster Scan eines Aquarells brauchte überhaupt keine
Nachbearbeitung.
Ich habe meine Aquarelle gescannt um den Überblick zu haben. Die
Schwierigkeiten waren Speicherbedarf und Farbwiedergabe. Für Farbkorrekturen
benutze ich immer noch einen Sony-Trinitron-Bildschirm. Im Gegensatz zu
Flachbildschirmen halten sich Überraschungen dabei in Grenzen. Der
Grund liegt in der Hintergrundbeleuchtung der Flachbildschirme. Noch gibt's
diese Schirme (mit einer einzigen Ausnahme (Mitte April 2008))
erst mit "Spar"-lampen.
An den Photosensoren kann es nicht liegen: Diese gibt es schon seit mehr als
20 Jahren mit einem Spektralbereich von 400 bis 800 nm; was den sichtbaren Teil des Lichts mehr
als vollständig abdeckt. Allerdings sind einige Responsekurven so krumm,
dass der Hersteller lieber Einstein als Lux angibt (1 E = 1 mol Photonen), was die
Umrechnung von PAR in Gesamtstrahlung etwas kompliziert.
Die üblichen Halbleiter-Photosensoren sind breitbandig (was auch Photovoltaik-Hersteller beglückt).
Im November 1998 gab's einen
Vuego-Scanner mit 600 DPI
Brisa 620U, 36bit Farbtiefe. Der Treiber ist vorbildlich, stabil, rasch und mit
vielen Möglichkeiten den Scan zu beeinflussen. Je näher man dem Original ist,
desto weniger Information geht verloren. Der Scan einer Schwarzweiss-Aufnahme
zeigte, dass eine Farbtiefe von 24 bit Schwierigkeiten gibt. - In der Dunkelkammer
kann man abwedeln und Nachbelichten. Ein beliebtes Sujet sind Hochzeiten,
der Bräutigam Schwarz in Schwarz und die Braut Weiss in Weiss, wobei
man ins Dilemma kommt, ob nun die High- oder Low-Key-technik angewendet
werden soll. Die Natur zeigt Farbtiefen von etwa 66 bits und ein üblicher Fotofilm
hat eine Auflösung von etwa 13000 DPI, und eine Farbtiefe von 3x18 bit.
Die AgBr-kristall-Grösse ist etwa 130000 DPI (entspricht 195 nm). Damit ist klar, dass die
Körnigkeit der Filme nur bedingt mit der wirklichen Korngrösse zusammenhängt.
Und damit wird auch klar, dass ein Scan nie die vollständige
Information eines Films haben kann, da ein einziges Kleinbild eine unkomprimierte Information von
etwa 1.26 GB hat.
Dies ist auch überflüssig, weil diese Bilder meist zum Drucken verwendet werden. Dafür ist eine
Auflösung von 150 DPI und eine Grösse von DinA4 meist genügend, was nur 2.1 Mio Pixel braucht.
Daher genügt ein Kleinbild-Scan mit 1200 DPI (1312) den meisten Ansprüchen; was einer der Gründe
für einen neuen Scanner war.
Der Vuego Scanner hat einen SCSI-II-Anschluss; was kein Problem war, da ich diesen ohnehin für Back-Ups auf MO-Disketten brauchte.
Meine ersten Erfahrungen mit Scannen waren mit einem Handheld-Scanner,
der immer wieder verrutschte, was eine Zusammensetzung der Bilder äusserst
mühsam machte.
Fotografen kennen das Problem von Panoramen (wobei
dort noch das Cosinus hoch 4-Gesetz hineinpfuscht, das den Himmel in den Ecken der Weitwinkel-Aufnahmen
dunkelblau einfärbt. Auch begnadete Objektiv-Hersteller können die Physik nicht überlisten.)
Richtigstellung:
low-key oder high-key sind KEINE Fehlbelichtungen. High-key nennt sich das Spezialverfahren, bei dem Weiss in Weiss dargestellt wird.
Das Fotopapier wird doppelt so lang belichtet wie normalerweise nötig. Entwickelt wird in zehnfacher Verdünnung. Der Sinn ist es, das Bild mit
Weiss beginnen zu lassen und bei einem hellen Grauton abzubrechen. Ausser im Hochgebirge ist der Schatten, den das weisse Ei in einen weissen
Porzellanteller wirft, nie schwarz. Bei low-key geht es um das dunkle Ende der Schwärzung.
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