November 2009:
Zwischenrettung nur vier Frösche - der Rest hatte sich in der Wasserpest versteckt.
Die Nachsuche im gesiebtem Schlamm ergab einige Libellenlarven. Ich musste mich durchsetzen,
um Merla klar zu machen, dass es sich hier um meine und nicht um ihre Frösche handelt.
Auch der Naturschutz versucht Besitzansprüche anzumelden.
18. November 2008:
Die heurige Reinigung war auch kalt. Im Zwischendepot (Kübel) landeten diesmal
etwa 20 Frösche und zwei Bergmolche
und der Rest versuchte sich so gut wie möglich unter der Wasserpest zu verstecken.
Ernte für den Kompost zwei grosse Kübel gesiebtes Sapropel.
Die Posthörner werden immer noch grösser.
Die Aquarienpumpe wurde in einen unbeheizten Raum verlegt (siehe Zirkulation).
Ende Februar 2008: Auszug der Frösche zum laichen in den nächsten Bach.
Leider musste dieser nach der Ankunft ausgebaggert werden. Irgenwie haben trotzdem einige überlebt.
2009: Baggerer zur Rede gestellt, der Erfolg wird sich weisen. Offenbar existiert ein Zielkonflikt:
zur Bewirtschaftung des Naturschutzgebiets sollte es möglichst trocken sein. - Nur es handelt
sich hier um Pflege und nicht um Bewirtschaftung (Feuchtbiotop mit Waldrand).
24. November 2007:
Die heurige Reinigungsaktion war bei 6°C, in einer sehr kurzen Wärmeperiode - nachdem der
Teich schon gefroren und wieder aufgetaut war. Gefangen wurden nur drei Frösche, der grosse
Rest verschob sich innerhalb des Teichs unter die Wasserpest und einen Teil des Fall-Laubs.
Gerettet, d.h. aus dem grossen Korb geholt wurden ausser den Fröschen noch etliche Libellenlarven
und alte Posthornschnecken.
Unser Gartenteich ist zweigeteilt und liegt an einem Ort mit leichtem Gefälle.
Der obere Teich mit zirka 15 m2 ist 80 cm tief, auf zwei Seiten
eingefasst von einer kleinen Mauer, der untere mit zirka 10m2 etwa 50cm
tief, mit flachem Rand. Das Wasser stammt von zusätzlichen 20m2 Dachfläche
via Cu-Fallrohr mit Abzweiger.
Die ideale Bepflanzung wäre es, auf natürlichen Anflug zu warten. Da dies Jahre
dauert, haben auch wir mit Pflanztöpfen nachgeholfen. Unter anderem mit Bachbummeln,
die waren leider gefüllt – und mit Tannenwedeln – ein «Unkraut»,
das man nicht mehr los wird. Wasserpest, Tausendblatt (inzwischen eingegangen),
Fieberklee, Schwertlilie, Binsen und einer Seerose. Selbständig kamen Pfeifengras
und einige Seggen.
Das «Grasfroschsterben»:
Hypothesen gibt es viele: Einmal war es zweifellos der Schwefelwasserstoff.
Dieses Gas ist
ähnlich giftig wie Blausäure (HCN). Nach dem Schmelzen des Eisdeckels habe ich nichts
gerochen, aber am Ufer lag eine auffällige rosarote dünne Schicht (Lamprocystis roseo-persicina),
Schwefelbakterien (mikroskopisch bestimmt), die vom Abbau von Schwefelwasserstoff
leben und sich länger halten als das giftige Gas.
Die mangelnde Zirkulation, zusammen mit dem Laubfall hat sicher zur Bildung
beigetragen. Effekt: beinahe Totalschaden bei den Fröschen (ein halber Putzkübel
voll kompostiert).
Reinigen:
Dies bedeutet, dass das Biotop im Spätherbst (nach dem Laubfall) gereinigt werden
muss. Aber bitte nur unvollständig, siehe weiter unten. Für die Frösche wird ein grosser
Kübel mit Teichwasser - halb gefüllt - bereit gestellt. Dann wird der Teich
entleert und das Wasser möglichst zwischen gespeichert. Eine Tauchpumpe schont den Rücken
und ein Kinderplantschbecken ist nützlich.
Wenn der Teich beinahe leer ist, kann der Schlamm mit den Blättern
ausgeschöpft werden. Ein Plastikkorb siebt dabei die groben Bestandteile (Frosch,
Molch, Libellenlarven und Laub) vom feinen Schlamm ab. Ohne Korb geht die Sucherei
im Schlamm los, nach allem was sich bewegt. Zappelndes und grössere Schnecken landen im Kübel –
der Rest auf dem Kompost. Durch Faulschlamm (Sapropel) schwarz gefärbt ist nämlich Alles.
Mit grossem Eifer kann eine «Volkszählung»
abgehalten werden – ich
verzichte darauf, um die Störung der halb schlafenden Frösche auf ein Minimum zu
beschränken. Amphibien stehen unter Naturschutz, auch die im eigenen Gartenteich.
Dann kommt der Inhalt vom Plantschbecken wieder in den Teich und der Rest wird mit
Leitungswasser ergänzt. Leitungswasser ist eigentlich keine gute Idee.
Die Inhaltsstoffe entsprechen nicht dem, was eigentlich erwünscht wäre (Härte,
Nährstoffe) und es ist in dieser Jahreszeit zu warm. Hohe Temperatur hindert
den Winterschlaf. Etwa zwei Stunden nach dem Putzen hat sich die Gesellschaft wieder beruhigt.
Eine wichtige Frage des Grasfroschsterbens ist immer noch ungeklärt (Die Frage
stammt übrigens vom KARCH):
Wo ist das untere Ende (die "Systemsgrenze") eines natürlichen kleinen
Nassbiotops. Grasfroschsterben werden hauptsächlich von künstlichen Biotopen
gemeldet. Einesteils werden sie besser überwacht als natürliche, andernteils
haben sie kein nennenswertes Sediment. Die Folienüberdeckung beträgt zwischen
Null bis wenige Zentimeter Sand. Die Vermutung ist also nicht unbegründet, dass
der Aushub für Folienteiche tiefer gegraben werden sollte und die Teiche mit mehr
Sand und Kies gefüllt werden sollten. Ein Teich endet als Lebensraum nicht dort, wo das Wasser
aufhört und der Teichboden beginnt. Zum Lebensraum der Amphibien gehört auch noch ein Stück Sediment.
Meine Versuchsanlage an der EAWAG mit vier
Tümpeln und 20cm Lehm auf der Folie hat nie Frösche umgebracht. Eigentlich war
reine Lehmbecken geplant, aber diese waren nach einem Jahr bauen und umbauen immer
noch nicht dicht; was dann zum Einbau einer Folie führte.
In Ausnahmefällen kann auch Durchfrieren Frösche töten – beobachtet im
Hinterbergried im März 2006 (Wassertiefe nur 15 cm).
Verlust am 30 November 2006: zwei grosse Grasfrösche.
Schlafende Frösche > 30.
1998 konnte ich den Teich erst zwischen Weihnachten und Neujahr reinigen.
Die Verluste waren bereits recht gross.
Zirkulation:
Bei der Zirkulation in Gewässern gilt das Gesetz der Ähnlichkeit. Mit einem
ähnlichen Verhältnis wäre der Greifensee etwa 1 Kilometer tief. Da würde auch
niemand eine regelmässige Vollzirkulation erwarten.
Nach dem Bau war der Schlamm in der grössten Tiefe immer hell. Nun war
dieses Hobby zugleich Beruf. Messungen gaben einen pH-Wert von 12 bis 13.
Die Ursache war der Beton, mit dem die Steine im Steilufer befestigt waren.
Das Resultat von Temperaturmessungen war, dass der Teich nie zirkuliert.
Die tiefste Zone war steril. Wir hatten Glück: Grasfrösche sind dabei nicht
gestorben.
Diesem Missstand wurde mit einer «Zirkulationshilfe» begegnet: Eine
Aquarienpumpe komprimiert Luft im Keller und schickt sie durch eine lange
Leitung zu einem Belüftersteinchen am Grund des Teichs. Im Winter gibt dies
Schwierigkeiten: die Kellerluft ist immer über zirka 10 Grad und der Luftschlauch
geht von oben in den Teich. Dort kondensiert regelmässig das Wasser zu Eis und
verstopft die Luftzufuhr. Als Abhilfe wurde ein Wasserabscheider gebastelt, der
mit einer zusätzlichen Entspannung (Eintrittsdüse), etwas besser funktionieren
sollte. – In sehr kalten Nächten, wenn der Teich bereits gefroren ist, verstopft
es immer noch.
2008 Verlegung der Pumpe in den Aussenkeller. Dieser ist unbeheizt und saugt kalte Luft mit
geringem Wasserdampfgehalt an. Zudem wurde die Luft-Leitung im Teich mit angeklemmtem Blei möglichst senkrecht verlegt.
Unterbrüche bis jetzt: keiner.
Der untere Teich hat die Unart, dass er durch die Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus) und durch Kapillarkräfte fast trocken läuft, da der obere Teich nur dann Wasser spendet, wenn er voll ist. Die Kapillarkräfte wurden mit Einbau von Silikon teilweise gehemmt.
Kupfer: der Kupferaustrag des Fallrohrs in den Teich ist zirka 12 Gramm pro Jahr. Bisher sind keine Effekte sichtbar.